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Wir - die Katzenhilfe Mainz e.V. unterstützt den offenen Brief unseres Mitgliedes Esther Frey an Frau Staatsministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Frau Höfken. Bitte unterstützen Sie uns, durch teilen des Briefes.
25. January 2018

E. Frey Guntersblum, 25.01.2018

 

 
 
 
Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz
z. Hd. Frau Ulrike Höfken
Staatsministerin des Landes Rheinland-Pfalz
Kaiser-Friedrich-Straße 1
55116 Mainz
 
 
 
Thema: Quälendes Katzenleiden
 
 
 
Sehr geehrte Frau Höfken,
ich bitte Sie sich kurz Zeit für mein folgendes Anliegen zu nehmen.
 
Quälendes Katzenleiden
Länderübergreifend herrscht nach wie vor quälendes Katzenleiden. Betroffen sind sogenannte freilebende, verwilderte und herrenlose Katzen, die kein liebevolles und fürsorgliches Zuhause haben. Sie haben keinen Menschen an ihrer Seite, der sie liebt, füttert, medizinisch versorgt und ihnen ein sicheres, trockenes und warmes Zuhause bietet, welches sie vor Tierquälereien und anderen Gräueltaten schützt.
Stattdessen führen diese Katzen bis zu ihrem Lebensende Tag ein Tag aus einen gnadenlosen Überlebenskampf. Betroffen sind bereits die jüngsten unter ihnen, nachdem sie das Licht dieser Welt erblickt haben.
 
Um Kastrationsgebühren zu sparen werden diese Katzen noch heute an Wänden totgeschlagen oder im Wasser ertränkt. Auch die äußerst schutzbedürftigsten unter ihnen, also neugeborene Katzenkinder, werden gnadenlos weit außerhalb von Ortschaften und Städten ausgesetzt. Muttertiere bleiben, um beispielweise weiterhin landwirtschaftliche Betriebe, Industriegelände etc. von Mäusen und Ratten freizuhalten. Der Dank dafür ist kein Futter, keine medizinische Versorgung und kein warmer, trockener und sicherer Schlafplatz.
Die Überlebenden unter ihnen sind oft unterernährt, verletzt und chronisch erkrankt. Oft bilden sie Katzenkolonien, scheinbar am Rand unserer Gesellschaft.
Doch ist das wirklich so oder sehen viele von uns weg, weil sie das sichtbar quälende Katzenleiden so erschüttert? Weil es nicht die eigene Katze ist oder weil man nicht mit der Nachbarschaft in einen Konflikt geraten möchte?
Und was ist mit denen, die nicht wegsehen, die Verantwortung übernehmen und helfen möchten dieses unsägliche Katzenleiden zu verringern, mit dem Wissen es nicht gänzlich beenden zu können?
An dieser Stelle möchte ich zur Veranschaulichung ein Beispiel von vielen nennen: Freilebende, verwilderte oder herrenlose Katzen, die keinen Menschenkontakt kennen, sind in der Regel sehr scheu und reagieren mit Panik, wenn Menschen auf sie zukommen. Sie meiden den Kontakt mit Menschen und sind überwiegend in der Dämmerung und in der Nacht unterwegs. Sie werden von engagierten Privatpersonen oder ehrenamtlichen Mitarbeitern von Tierschutzvereinen nach Sichtung und längerer Beobachtungsphase mit Lebendfallen (sog. Katzenfallen) eingefangen, um sie zu kastrieren und medizinisch zu versorgen. Dieser Prozess ist in der Regel mit viel Zeit und Geduld verbunden. Ist dieses Vorhaben erfolgreich abgeschlossen ist die nächste Hürde zu überwinden. Wohin mit diesen äußerst scheuen und ängstlichen Lebewesen?
In Tierheimen können diese Katzen aufgrund ihrer Sozialisation nicht in den üblichen Unterkünften oder Katzenstationen untergebracht werden, weil sie die unbegrenzte Freiheit kennen und in beengten Räumlichkeiten elend zu Grunde gehen. Manche Tierheime haben deswegen naturnahe Außengelände eingerichtet, in welchen diese Katzen leben und versorgt werden. Das Problem besteht jedoch darin, dass diese Anlagen in der Regel bereits maßlos überfüllt sind und keine weiteren Katzen dort eine neue Bleibe finden können.
Die traurige Konsequenz ist, dass diese Katzen wieder an den Ort zurück gebracht werden, wo sie ursprünglich eingefangen wurden. Dort wieder angekommen werden sie zukünftig nicht gefüttert, nicht medizinisch versorgt und werden auch keinen warmen, trockenen und sicheren Lebensbereich vorfinden, weil aus personellen und finanziellen Mitteln keine Futterstellen eingerichtet werden können. Das Spiel beginnt von vorne, die Katze beißt sich sprichwörtlich in den Schwanz.
Für verwilderte Katzenkinder werden sogenannte Pflegestellen eingerichtet. Diese Pflegestellen werden von ehrenamtlich-tätigen Menschen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dort werden die Jungtiere von Menschen verantwortungsvoll (teils mit Flasche im 2 – 3 Std.-Rhythmus) großgezogen, um sie später in ein liebevolles Zuhause zu vermitteln.
 
Auch hier fehlt es an personellen, räumlichen und finanziellen Ressourcen, von dem Zeit- und Geduldsfaktor einmal abgesehen. Zeitgleich entsteht die Frage der Kostenübernahme für tierärztliche Versorgung, Benzinkosten, Futter, Katzenstreu, Decken, für Waschmaschine, Trockner usw. Denn die Vermittlungsgebühren decken die entstandenen Kosten bei weitem nicht ab. Engagierte Privatpersonen zahlen die angefallenen Kosten nur allzu oft aus eigener Tasche.
Engagierte Privatpersonen, ehrenamtliche Mitarbeiter von Tierschutzvereinen und engagierte Tierärzte stoßen oft an ihre persönlichen und fachlichen Handlungsgrenzen, weil es an räumlichen und finanziellen Mitteln seitens der Landesregierungen fehlt. Oft versuchen viele helfende Hände in Form von länderübergreifender Netzwerkarbeit leidenden Katzen zu helfen, weil Unterstützung seitens der Landesregierungen nach wie vor eine Mangelware ist.
Was bringt eine nicht flächendeckende Katzenschutzverordnung, wenn freilebende Katzen, ob mit oder ohne „Katzenbesitzer“, unkastriert zwei- bis dreimal im Jahr eine Distanz von bis zu 30 km zurücklegen, um sich zu paaren?
 
Warum werden keine sogenannten Aussiedlerhöfe mit großem Außengelände und Eingewöhnungsmöglichkeiten für freilebende, verwilderte und herrenlose Katzen mit personellen und finanziellen Mitteln sowie professionellen Knowhow eingerichtet? Warum werden keine gut organisierten Futterstellen in Ortschaften oder in Städten eingerichtet und finanziert? Es werden doch auch Taubenschläge eingerichtet, um Tauben ein sicheres Zuhause zu bieten und um die Population zu verringern. Denn auch für Katzen gilt: Was nicht geboren wird muss auch nicht verelenden. Die unkontrollierte Vermehrung der Katzen erfolgt nach dem Schnellballsystem und somit auch das quälende Katzenleiden.
Wieso schauen Veterinärämter, Ordnungsämter und andere zuständigen Behörden weg, wenn verantwortungsvolle Menschen auf quälendes Katzenleiden aufmerksam machen? Warum werden verantwortungsvolle Menschen in ihrem Engagement gegen quälendes Katzenleiden behindert, stigmatisiert oder sogar in der Gesellschaft ausgegrenzt? Diese Liste ist unendlich lang.
Weil die Katze weder gekennzeichnet noch registriert ist? Weil sie keinen sogenannten „Besitzer“ hat und somit nicht zugeordnet werden kann? Weil die Kostenübernahme und die zukünftige Unterbringung ungewiss ist? Weil die Landesregierungen Bedenken haben, selbst für die doch so notwendige Fürsorge personell, materiell und finanziell aufkommen zu müssen? Weil es nur ein Tier ist und somit kein Recht auf physische und psychische Unversehrtheit hat? Wieso, weshalb, warum? Sagen bitte Sie es mir.
Ich möchte meine Gedanken mit einer Maxime von Albert Schweitzer abschließen, der einst sagte: „Die größte Sünde gegenüber unseren Mitgeschöpfen ist nicht der Hass, sondern die Gleichgültigkeit. Das ist das Wesen der Unmenschlichkeit“.
Setzen sie ein Zeichen der Mit-Menschlichkeit und schauen sie nicht weg, wenn ihnen quälendes Katzenleiden begegnet. Eine länderübergreifende Katzenschutzverordnung ist ein sinnvoller und äußerst bedeutsamer Schritt von vielen. Ich bitte Sie innigst um Ihr Engagement, verbunden mit der Bitte, mir bezüglich der Thematik eine Rückmeldung zu geben.
 
Mit freundlichen Grüßen